• 0176 20704547
  • info@kinderwiese-bredelem.de

Monatsarchiv Februar 1, 2019

Projektbeschreibung für die Kinderwiese in Bredelem

Wiesen sind im Gegensatz zu Gärten eine sogenannte „Halbkulturformation“. Geht es bei Gärten meist darum, die Pflanzen und Anlagen so zu formen, dass sie dem Besitzer und Betrachter gefallen, wohnt den Wiesen etwas Wildes inne. Auch Wiesen brauchen regelmäßige Pflege, doch gleichzeitig sind sie Lebensräume für ganz verschiedene Tiere und Pflanzen, die hier Verstecke finden und sich frei entwickeln und entfalten können.

Eine Gruppe von Eltern aus der Region rund um Bredelem ist fest entschlossen, einen Kindergarten zu gründen und zu betreiben, der mehr Wiese als Garten ist, mehr frei als begrenzt und mehr naturverbunden als raumgebunden. Auf einem Grundstück, das in unmittelbarer Nachbarschaft zur bereits bestehenden „Freien Schule Bredelem“ liegt, soll dieses Projekt realisiert werden. Zu diesem Zweck wurde bereits der Verein „Kinderwiese Bredelem e.V.“ gegründet.

Neben einer Großtagespflege für Kinder im Krippenalter soll eine Kindertagesstätte für bis zu 15 Kinder eingerichtet werden. Die Betreuungszeiten sollen sich an den Bedürfnissen der Eltern orientieren.

Die Wiese soll bei dem Projekt das Herzstück des neuen Kindergartens werden. Das pädagogische Konzept sieht vor, dass die Kinder sich bei Wind und Wetter draußen aufhalten. Bereits jetzt konnte mithilfe des Vereins „Bildung, Leben und Natur e.V.“ durch EU-Fördermitteln dafür gesorgt werden, dass das Gelände so umgestaltet wird, dass es den Anforderungen der gewünschten pädagogischen Arbeit entspricht. Neben dichten Hecken, an denen Vögel und Insekten beobachtet werden können, wird ein Naschgarten angelegt. Auch ein Gemüsebeet soll den Kindern zum Beackern und Ernten zur Verfügung stehen.

Die Vernetzung im Dorf und in der Region soll schnell dafür sorgen, dass auch tiergestützte Pädagogik auf der Kinderwiese praktiziert werden kann. Die Arbeit mit Tieren soll zum einen den verantwortungsbewussten Umgang mit anderen Lebewesen schulen und zum anderen den wertschätzenden Umgang mit der Natur insgesamt fördern.

Den Familien ist gesunde, bewusste und ressourcenschonende Ernährung wichtig. Diese soll pädagogisch begleitet werden. In der benachbarten Schule wird bereits ökologisch von den Eltern der Schüler gekocht. Eine Kooperation ist hier gewünscht.

Zurzeit stehen zwei Herausforderungen im Vordergrund:

Die Eltern des Vereins sind auf der Suche nach Erzieherinnen oder Erziehern bzw. Tagesmüttern oder Tagesvätern, die Lust und Mut haben, dieses Projekt mitzugestalten und weiterzuentwickeln, und außerdem bereit sind ein pädagogisches Konzept zu praktizieren, das die Kinder ganzheitlich betrachtet. Es wird großer Wert auf einen wertschätzenden, bedürfnisorientieren und respektvollen Umgang mit den Kindern gelegt. Die Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter sollen den Kindern die Lust an der Natur vermitteln, Räume schaffen, in denen die Kinder wild und frei, aber gleichzeitig behütet und geliebt wachsen können. Dieser Umgang soll als Vorbild für das gesamte Kita-Klima dienen.

Als zweite große Herausforderung steht der Bau des Gebäudes an. Nur mit Hilfe von Sponsorengeldern und Spenden soll ein Gebäude errichtet werden, das einerseits Schutz und Rückzugsmöglichkeiten bietet, andererseits so mit der Wiese verbunden ist, dass draußen und drinnen kaum zu unterscheiden sind. Eine Holzständerbauweise mit viel Glas und offenen Fluchten schwebt den Eltern vor.